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Weicheres Wasser: Waldwasser errichtet eines der modernsten Wasserwerke Europas

Pressemitteilung   •   Dez 17, 2018 10:10 CET

Die neue Zentrale von waldwasser in Moos bei Deggendorf/ Bayern

Deggendorf/Bayreuth – November 2018. Nach nur dreieinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit ist jetzt das Wasserwerk Moos bei Deggendorf in Betrieb gegangen. 35 Millionen Euro hat der Zweckverband Waldwasser – früher Wasserversorgung Bayerischer Wald – in eine der modernsten Anlagen in Europa investiert. Mehr als 15.000 private Haushalte in 15 Gemeinden können sich künftig über sauberes, weicheres Trinkwasser freuen. Zugleich hat Waldwasser den Hauptsitz in das neu errichtete Verwaltungsgebäude nach Moos verlagert.

Das neue Wasserwerk hat eine Durchsatzleistung von 400 Kubikmetern pro Stunde oder drei Millionen Kubikmetern jährlich. Zentrales Element ist eine CARIX Ionentauscheranlage, die das Trinkwasser von 22 °dH auf 8 °dH enthärtet und gleichzeitig Sulfat, Nitrat und Chlorid reduziert. Die Regenerierung erfolgt umweltschonend durch den Einsatz von Kohlensäure. Eine URANEX Verfahrensstufe entfernt Uran, das bisher in nur geringer Konzentration im Grundwasser enthalten ist. Eine Investition in die Zukunft ist zudem der Einbau von Aktivkohlefiltern, die organische Kohlenstoffe und Spurenstoffe verringern. Sie sind bisher noch nicht im Grundwasser nachgewiesen. Kiesfilter entfernen schließlich Eisen und Mangan.

Damit produziert das neue Wasserwerk auch korrosionschemisch optimales Trinkwasser, das alle korrosionsrelevanten Parameter nach DIN erfüllt. Die Planung der technischen Ausrüstung stammt von der Veolia Water Technologies Deutschland GmbH, Bayreuth, die auch die CARIX- und URANEX-Anlage sowie die Steuerung für das komplette Wasserwerk geliefert hat.

Die neue Anlage zeichnet sich durch niedrige Betriebskosten und einen geringen Abwasseranfall im Vergleich mit anderen Verfahren zur Teilentsalzung von Trinkwasser aus. Im Gegensatz zur Entsalzung beispielsweise durch Niederdruck-Umkehrosmose (LPRO) entsteht beim CARIX Verfahren 60 Prozent weniger Abwasser. Bei Membranverfahren muss zusätzlich dem Rohwasser-permanent ein sogenanntes Antiscalant zudosiert werden, wodurch das Abwasser mit Phosphat belastet ist. Der wesentliche Unterschied liegt in der Regeneration der Austauscher: Bei CARIX kommt als Regenerationsmittel Kohlenstoffdioxid (CO2) zum Einsatz. Das Abwasser ist dann ein feststofffreies „Mineralwasser“, das direkt in den Vorfluter eingeleitet werden kann.

Am Anfang stehen beim CARIX Verfahren etwas höhere Investitionskosten, die allerdings durch die geringeren Betriebskosten mit dem Tag der Inbetriebnahme ausgeglichen werden. Diese resultieren vor allem aus einem um 50 Prozent reduzierten Energieverbrauch. Nach Angaben von Waldwasser werden bei einer jährlichen Abgabemenge von drei Millionen Kubikmetern Trinkwasser gegenüber der LPRO 890.000 kWh Strom gespart. Die damit einhergehende Kostenreduktion beträgt etwa 180.000 Euro jährlich. Zudem entlastet der geringere Energieeinsatz die Atmosphäre um 480 Tonnen CO2.

Denn das verwendete CO2 trägt zum Umweltschutz bei. Dabei handelt es sich um ein Abfallprodukt aus der Düngemittelproduktion, das ansonsten ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben würde. Als Regenerationsmittel eingesetzt, wird die Umwelt um weitere 50 Tonnen CO2 entlastet. Insgesamt liegt die CO2-Bilanz einschließlich aller Betriebsstoffe und Transporte für das Wasserwerk Moos mit 130 Gramm CO2 je Kubikmeter Trinkwasser fast 70% unter dem Wert der Umkehrosmose. Verglichen mit dem für PKW von der EU angestrebten Wert von 95 Gramm CO2 je Kilometer entspricht diese Einsparung also einem CO2-Ausstoß von umgerechnet 8 Millionen PKW Kilometern pro Jahr.

Vor allem aufgrund der enormen Energieeinsparung fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) über die KfW Förderbank den Bau von CARIX Anlagen durch zinsgünstige Kredite mit einem effektiven Jahreszins von 0,05 Prozent und einem zusätzlichen Tilgungszuschuss auf die Darlehenssumme von 5 Prozent. Die Förderung ist Bestandteil des Programms zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung. Im Jahr 2017 hat die KfW Kredite von insgesamt zwölf Millionen Euro für den Bau von drei CARIX Anlagen genehmigt.

Auf einen Blick:

Waldwasser – Wasserwerk Moos

Durchsatzleistung : 400 m3/h – drei Millionen m3/a

Sechs Verfahrensstufen:

- Veolia- Luftpolster-Oxidator zum Eintrag von Sauerstoff

- Kiesfilter zur Enteisenung und Entmanganung

- Aktivkohlefilter zur Reduzierung von organischen Kohlenstoff und Spurenstoffen

- URANEX ® zur Entfernung von Uran

- CARIX ® zur gleichzeitigen Enthärtung des Trinkwassers von 22 °dH auf 8 °dH und Reduzierung von Sulfat, Nitrat und Chlorid (=„Teilentsalzung“)

[4.050 Zeichen inkl. Leerzeichen, ohne Überschrift und Abspann, 17. Dezember 2018]

Bilder

Links : Blick auf das neue Gebäude von waldwasser in Deggendorf. Quelle : Veolia Water Technologies

Mitte : Blick in den ersten Stock der CARIX-Anlage. Quelle : Veolia Water Technologies

Rechts : Blick auf die CARIX-Behälter. Quelle : Veolia Water Technologies.

Veolia Water Technologies in Deutschland

Mit den Technologiemarken BERKEFELD, ELGA LABWATER, RWO, PMT und AQUANTIS gehört das Unternehmen zu den international führenden Anbietern von Lösungen und Anlagen zur Trink-, Prozess- und Abwasseraufbereitung. Das Produktangebot umfasst Lösungen für ein breites Spektrum an Anwendungen, von der Gebäude- und Schwimmbadtechnik über Kraft­werke und Industrieunternehmen wie Getränke-, Nahrungsmittel- und Chemie bis hin zu Laboratorien, Kommunen und internationalen Hilfsorganisationen.

Am Hauptsitz in Celle und an den Standorten in Bayreuth, Bremen, Leipzig, Ratingen, Leonberg und Crailsheim werden rund 450 Mitarbeiter beschäftigt. Ein bundesweites Netzwerk von über 50 Servicetechnikern und 30 Vertriebsingenieuren bietet Beratungskompetenz und schnelle Unterstützung.

Veolia ist der weltweite Maßstab für optimiertes Ressourcenmanagement. Mit über 169 000 Beschäftigten auf allen fünf Kontinenten plant und implementiert die Veolia-Gruppe Lösungen für die Bereiche Wasser-, Abfall- und Energiemanagement im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Kommunen und der Wirtschaft. Mit ihren drei sich ergänzenden Tätigkeitsfeldern sorgt sie für einen verbesserten Zugang zu Ressourcen, ihren Schutz und ihre Erneuerung. 2017 stellte die Veolia-Gruppe weltweit die Trinkwasserversorgung von 96 Millionen Menschen und die Abwasserentsorgung für 62 Millionen Menschen sicher, erzeugte fast 55 Millionen MWh Energie und verwertete 47 Millionen Tonnen Abfälle. Der konsolidierte Jahresumsatz von Veolia Environnement (Paris Euronext: VIE) betrug 2017 25,12 Milliarden Euro. 24,39 Milliarden Euro. www.veolia.com